glitzi dunkelSeit wann zaubern Sie eigentlich?
Ich war damals zirka 13 Jahre alt. Ein Freund besaß einen Zauberkasten, den er nicht mehr brauchte und mir überließ. Ab diesem Moment war niemand davor sicher, die enthaltenen Tricks vorgeführt zu bekommen. Nach dem Studium nahm ich dieses Hobby wieder auf und trete seit 1986 auch außerhalb des Bekanntenkreises auf – bis jetzt sind es über 900 Vorstellungen.

glitzi hell… und warum tun Sie das?
Schon als Kind war ich fasziniert vom Zirkus, überhaupt von Auftritten aller Art. Etwas einzuüben, anderen zu präsentieren und diese so zu unterhalten, hat mich immer gereizt – daher vielleicht auch die Wahl des „Hauptberufs“ Lehrer. Und wenn man dann noch merkt, wie es hinter einer Bühne riecht, und die Augen der Zuschauer glitzern sieht... Manche meinen allerdings, ich könne meine verbalen Frechheiten nur verantworten, wenn ich dazu zaubere!

glitzi hellZauberei ist doch vor allem Fingerfertigkeit?
Höchstens in gewissen Sparten wie der Manipulation! Nach einem der Großen unserer Zunft, dem Franzosen Robert-Houdin, ist ein Zauberkünstler ein Schauspieler, der einen Zauberer darstellt. Die Gesamtheit der Inszenierung, also Mimik, Gestik, Texte und Tricks, erzeugt die magische Wirkung.

glitzi hellMüssen Sie viel üben?
Natürlich erarbeitet man sich neue Effekte gründlich – sei es aus schriftlichen Anleitungen, Lehrvideos oder durch persönliche Vorbilder. Nicht das Trickgerät zaubert, sondern der Vorführende! Den richtigen Schliff erhält ein Kunststück aber erst durch den Kontakt mit dem Publikum – wenn es an jeder Stelle schon einmal schiefgegangen ist…

glitzi hellWas ist Ihr Lieblingskunststück und warum?
In dieser Jahrtausende alten Kunst gibt es wenig, was wirklich neu ist. Klassiker, die sich schon sehr lange gehalten haben, sind kaum zu übertreffen. Ein Beispiel bildet das „Chinesische Ringspiel“, das ich schon über 650 Mal vorgeführt habe und mit dem ich irgendwie identifiziert werde.

glitzi hellWas ist das Besondere an Ihrer Art zu zaubern?
Ich meine, dass es nicht reicht, „Tricks“ vorzuführen, also Dinge, die sich die Zuschauer nicht erklären können: Dies gilt für vieles im täglichen Leben wie Computer, Navigationsgeräte oder das Verhalten des anderen Geschlechts -

glitzi hellAber Herr Riedl, das müssen Sie uns schon näher erklären!
Was ist unterhaltsam daran, nicht zu verstehen, wie ein Handy funktioniert – oder wieso gerade an der 13. Stelle im Spiel das Herz Ass liegt?

glitzi hellIch würde schon gerne erfahren, warum diese Karte dort auftaucht, ich bin chronisch neugierig, verstehen Sie?
Doch wenn Sie die technische Erklärung wüssten, wäre der Glanz verflogen! Erfüllt aber der Zauberer, stellvertretend für Sie, Wünsche und Träume  – ob nun Geld zu vermehren oder Gedanken zu lesen – werden Sie damit glücklicher als mit dem Wissen, wie's geht.

glitzi hellHaben Tango, Lehrersein und Zaubern für Sie Berührungspunkte?
Ich glaube, der Anteil des Entertainments ist in allen Bereichen höher, als man meint! Außerdem muss man überall den Spagat zwischen dem eigenen festen Standpunkt und der Sensibilität für das Gegenüber hinbekommen. Wer nur sendet, versteht die Antworten nicht. Aber erst dann wird’s spannend!